Genialer Golfplatzarchitekt: Alister MacKenzie

Designer, die man kennen sollte

Je länger Sie Golf spielen, desto mehr werden Sie sich für die »großen Plätze« der Welt interessieren. Das Ganze ist ein wenig wie die Sterne-Gastronomie: Was gut und teuer ist, steht im Guide Michelin, Gault Millau oder ähnlichen Bewertungskatalogen und wird mit Sternen, Hauben oder Punkten bewertet. In Sachen Golf sind die Top-100-Listen der US-Zeitschrift Golf Digest und Golf Magazine das Nonplusultra. Die Amerikaner haben es natürlich geschickt angestellt: So gibt es nicht nur »America's 100 Greatest Golf Courses« sondern auch eine internationale Liste »100 Best Courses Outside The U.S.« und Abwandlungen für verschiedene Länder. Welche Liste nun auch immer: Fast ausnahmslos sind die Plätze richtige Kracher. Ach ja: Pebble Beach in Kalifornien wurde erst kürzlich von Platz eins der erfolgreichsten Resorts verdrängt. Die neue Nummer eins in den USA bietet viel Links-Golf und heißt: Bandon Dunes in Oregon. 

 

Alister MacKenzie (1870-1934), Schottland:

 

Eigentlich gelernter Arzt, wurde MacKenzie zu den ganz großen Designern seiner Zeit - und viele seiner Plätze gelten auch heute noch zu den besten der Welt. 

 

 

MacKenzie war nur ein durchschnittlicher Golfer. 1929 siedelte er nach Kalifornien um. Nach Ende des Ersten Weltkrieges konzentrierte er sich ausschließlich auf den Entwurf von Golfplätzen. Mehr als 60 Plätze sind unter seiner Anleitung entstanden, zudem unterzog er zahlreiche bekannte Kurse einem Re-Design und half bei Verbesserungen, u.a. auch am Old Course in St. Andrews. Außerdem entwarf er zusammen mit Bobby Jones den weltberühmten Augusta National GC, auf dem jedes Jahr das Masters ausgetragen wird. Seit 2005 Mitglied in der World Golf Hall of Fame.

 

Charakteristisch: »Kein Loch könne als perfekt gelten, wenn es nicht allein mit dem Putter gespielt werden könnte«, lautet eines der Prinzipien von MacKenzie. Dichtes Rough werden Sie bei einem MacKenzie-Platz vergeblich suchen. Stattdessen liegt das Augenmerk auf schwierigen Grüns, die extrem gut mit Bunkern und Erhebungen verteidigt werden. Auch riesige, meist kunstvoll gestaltete Bunkerlandschaften auf den Fairways sind ein Markenzeichen. Blinde Schläge, bekannt von einigen Links-Plätzen, sind hingegen selten. 

 

Bedeutende Plätze: Cypress Point und Pasatiempo in Kalifornien, Augusta National (zusammen mit Bobby Jones) in Georgia (alle USA), Royal Melbourne (Australien), The Jockey Club (Argentinien), Lahinch (Irland)


Das Golfplatzdesign von Royal Melbourne in Australien
Die 7. Bahn von Royal Melbourne