Abschlagen mit Tom Doak

Oder: Warum der Grand Saint Emilionnais Golf Club in Frankreich eine Reise wert ist

Tom Doak. Wem sagt der Name was? Ja, richtig. Ein Golfplatzarchitekt. Aber ein wichtiger. Er war einst Schützling von Pete Dye, hat aber mittlerweile einen fast größeren Namen als sein einstiger Mentor. 

 

Mit Cape Kidnappers (Neuseeland), Barnbougle Dunes (Tasmanien vor Australien), Pacific Dunes in Oregon (gehört zum Fabelresort Bandon Dunes) und Ballyneal in Colorado hat der Amerikaner aktuell vier Plätze auf der Liste der Top 100 weltweit. Dazu stammen Designs wie Streamsong Blue oder der Tara Iti Golf Club von ihm.

 

Neuerdings gibt es auch einen Kurs in Zentraleuropa von ihm. Der Name: SE Golf Club. Oder auch: Grand Saint Emilionnais GC. Der Kurs wurde von der Familie Mourgue d’Algue in Auftrag gegeben. Sie sind im Golf keine Unbekannten: Kristel, die mit Ihrem Vater Gaëtan auch den Rolex (ehemals: Peugeot) Golf Guide herausgibt, spielte einige Jahre auf der LET Tour und war darüber hinaus eine sehr erfolgreiche College-Golferin in den USA (1995 gewann sie mit ihrem Team die NCAA Championship). Ihre Eltern haben unzählige Amateurturniere gewonnen und die Le trophée Lancôme ausgerichtet. Kurzum: Die Familie lebt Golf. 

 

Das merkt man an Kristel, die ihre Runde mit sechs unter Par (!) beendete (wenn ich richtig gezählt habe). Das merkt man aber auch dem Platz an, der keine 20 Minuten vom Weinstädtchen und UNESCO-Weltkulturerbe St. Emilion entfernt liegt. Eigentlich ein Parkland-Kurs überrascht das Design mit seinen ondulierten Grüns und Fairways. Der Approach muss oftmals eher wie auf einem Links-Platz gespielt werden, denn ein hoher Ball bleibt auf den harten Grüns nicht einfach stecken. Die Optik der Löcher ist genial: Jedes Loch ist anders, viele bleiben einem im Kopf. Man hat nach der Runde sofort Lust, erneut rauszugehen und einige Situationen anders zu lösen. 

 

Hinzu kommt die Lage: Weinreben sind an zahlreichen  Löchern zu sehen, dazu kommen alten Eichen und ein Fluß, der sich malerisch durch das gesamte Areal zieht. Ein wenig aus der Zeit gefallen wird der SE GC - allerdings allenfalls optisch. Denn im Game Play ist der Platz voll auf der Höhe und genau richtig. Der Platz wird mit der Zeit sicherlich noch besser werden, hat aber bereits in seinem frühen Stadium einige beachtenswerte Erfolge gefeiert (Eröffnung war Ende 2015). In zahlreichen Golfzeitschriften wird er bereits jetzt zu den besten zehn Plätzen Frankreichs gezählt. Zu Recht!

 

Wer jetzt immer noch nicht genug hat: ein interessantes Interview mit Tom Doak von Spielt Golf!

 

 

 

 

 


INFO

Saint-Emilionnais Golf Club

www.segolfclub.com

Greenfee: 85-105 Euro; 60 Euro mit Mitglied

 

 

Neben dem Clubhaus gibt es einige moderne Villen, die über den Club vermietet werden. Die Preise beginnen ab rund 120 Euro pro Zimmer inkl. Frühstück. 

Von Tom Doak entworfen: Der Saint Emillion GC in der Nähe von Bordeaux
Von Tom Doak entworfen: Der Saint Emillion GC in der Nähe von Bordeaux